Jeder Tag ein Abenteuer

Die Tage in der Paradise Bay waren märchenhaft. Die unbeschreiblichen Eislandschaften faszinierten mich sehr und ich verbrachte viele Stunden staunend auf der Brücke unseres Schiffes. Während der Fahrt Richtung Norden erwarteten mich weitere Überraschungen. So war es eines Nachmittags ungewohnt unruhig auf dem Schiff. Der Kapitän war nervös und die Stimmung auf der Brücke angespannt. Ein riesiger Eisberg hatte sich dem Schiff bis auf 14 Meter genähert. Schnell wurde die Ankerkette hochgezogen und der Motor gestartet. Einige Passagiere fanden sich auf dem Deck ein, um das Spektakel zu beobachten. Auch ich war da und filmte das Ereignis gespannt. Der Eisberg war so riesig, dass man manches Mehrfamilienhaus darauf hätte bauen können. Glücklicherweise ging alles glimpflich aus und das Schiff konnte unbeschadet weiter Richtung Norden fahren.
Schon bald erwartete mich wieder die Drake Passage und mit ihr auch die Hoffnung auf tolle Aufnahmen. Laut der Schiffsmeteorologin sollte mein Wunsch in Erfüllung gehen, denn sie sagte einen starken Sturm vorher. Voller Vorfreude startete ich mein Abenteuer Drake Passage zum zweiten Mal. Doch meine Erwartungen wurden wieder bitter enttäuscht. Die Wellen waren bestenfalls 3-5 Meter hoch und nicht 20 Meter, wie ich sie nach meinen Vorbereitungsrecherchen erwartet hatte. So genoss ich die restlichen Tage entspannt mit meinem Team bei ruhiger See auf dem Schiff. Ich drehte letzte Einstellungen vom Schiff und genoss den Sonnenuntergang und die einzigartigen Wolkenschauspiele am letzten Tag.

Eisberg 1
Zum Abschied von der Antarktis zeigte sich das Wetter von seiner schönsten Seite mit einer wunderschönen Abendstimmung.

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Erschreckende Zahlen zur Klimaerwärmung in der Antarktis

Heute erhielt ich schlechte Nachrichten; unser Schiff kann wegen Treibeis die geplanten Stationen nicht anfahren. Ich habe deshalb viel freie Zeit. Kurzfristig konnte ich am Morgen ein Interview mit dem Direktor der nationalen Antarktis Forschung von Chile, der INACH (Instituto Antártico Chileno) führen. Im Gespräch erklärte mir José Retamales, dass in gewissen Teilen der Antarktis eine Erwärmung von durchschnittlich 2.5°C innerhalb der letzten 60 Jahren gemessen wurde. Damit bestätigte er meine Befürchtungen. Derzeit forscht eine Gruppe Chilenischer Wissenschaftler in einem der am meisten vom Klimawandel betroffenen Gebieten. Er erklärte mir weiter, dass der Klimawandel in der Antarktis weltweit am besten sichtbar sei.

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