Die Schattenseiten der Antarktis

Es kommt mir vor wie eine kleine Ewigkeit, seit ich aus der Antarktis zurückgekehrt bin. Im vergangenen Jahr habe ich mit Charles Michel zusammen viele Vorträge für Schulen, Vereine und Organisationen gehalten. Eine grosse Überraschung bescherte mir die Gemeinde Fehraltorf zu Beginn dieses Jahres. Für mein Dokumentarfilm-Projekt in der Antarktis haben Sie mir den Förderpreis 2016 der Gemeinde Fehraltorf verliehen. Ich fühle mich sehr geehrt und möchte mich an dieser Stelle nochmals herzlich bei der Gemeinde bedanken.

Aus der Antarktis habe ich viele wunderschöne Eindrücke mitgenommen. Doch leider gibt es auch viele Schattenseiten. Bisher habe ich in meinem Blog noch nicht viel darüber geschrieben, deshalb möchte ich dies an dieser Stelle in zusammengefasster Form nachholen.

Nach meiner Expedition bin ich auf erschreckende Informationen gestossen, von denen Charles Michel und ich auch in unseren Vorträgen erzählen. So sind beispielsweise einige Erdöl und Erdgas Unternehmen schon seit 2015 daran, ihre Bohrinseln in den Subantarktischen Gebieten zu platzieren und Probebohrungen durchzuführen. Ich habe Informationen und Fotos von jährlich stattfindenden Grossanlässen wie Marathons, von Autorennen und Musikfestivals in der Antarktis gefunden. Die Teilnehmer, Zuschauern und das ganze Material das benötigt wird muss eingeflogen oder eingeschifft werden. Nach dem Event bleiben oft riesige Müllberge zurück, um die sich niemand kümmert. Studien von der Universität in Jena zeigen zudem, dass Touristen, Expeditionsteams und Forscher mittlerweile schon 300‘000 Tonnen Müll in der Antarktis hinterlassen haben. Dazu zählen auch Chemikalien, Farben und Batterien.

Einige Länder haben bereits so grosse Stationen in der Antarktis aufgebaut, dass sie schon fast wie eine (kleine) Stadt wirken. Krill, das sind kleine, orangene Krebse, die die Hauptnahrungsquelle der Pinguine (und anderen Tieren wie z.B. Walen) sind, werden mit grossen Schiffen in kilometerlangen Schleppnetzen tonnenweise gefangen und dienen uns als Nahrung für unsere Haustiere oder in unseren Nahrungsergänzungsmitteln. Zudem werden die Krillpopulationen kleiner, wenn es durch den Klimawandel weniger Eis gibt, denn der Krillnachwuchs ist auf das Eis angewiesen. Hinzu kommt, dass mir die Wissenschaftler bestätigt haben, dass sich das Klima in der Antarktis stark verändert und auch in Zukunft verändern wird.

All diese Informationen haben mich sehr zum Nachdenken angeregt. Deshalb habe ich mich entschlossen, ein neues Projekt zu starten. Darüber werde ich euch auf meinem Blog schon bald berichten.

Mir wurde immer wieder die Frage gestellt, ob man meinen Film irgendwo anschauen kann. Ich möchte den Film schon seit längerem öffentlich zugänglich machen, doch leider gibt es momentan noch musikrechtliche Probleme. Ich bin aber dabei diese zu lösen und hoffe, dass ich den Film bald auf die eine oder andere Art für alle zugänglich machen kann. Zudem wird mein Film derzeit auf Spanisch übersetzt und demnächst im chilenischen Fernsehen ausgestrahlt. Der Sendetermin steht allerdings noch nicht fest.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *