Erschreckende Zahlen zur Klimaerwärmung in der Antarktis

Heute erhielt ich schlechte Nachrichten; unser Schiff kann wegen Treibeis die geplanten Stationen nicht anfahren. Ich habe deshalb viel freie Zeit. Kurzfristig konnte ich am Morgen ein Interview mit dem Direktor der nationalen Antarktis Forschung von Chile, der INACH (Instituto Antártico Chileno) führen. Im Gespräch erklärte mir José Retamales, dass in gewissen Teilen der Antarktis eine Erwärmung von durchschnittlich 2.5°C innerhalb der letzten 60 Jahren gemessen wurde. Damit bestätigte er meine Befürchtungen. Derzeit forscht eine Gruppe Chilenischer Wissenschaftler in einem der am meisten vom Klimawandel betroffenen Gebieten. Er erklärte mir weiter, dass der Klimawandel in der Antarktis weltweit am besten sichtbar sei.

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„Arctowski, Arctowski – Swiss-Team is calling“

Das war der erster Funkspruch unseres Teams an die Polnische Forschungsstation Arctowski. Doch wer ist das Swiss-Team? Während meinen Vorbereitungen habe ich von vielen Seiten Unterstützung bekommen. Dafür bin ich sehr dankbar. Auch hier in der Antarktis werde ich von vielen Leuten unterstützt. Drei ganz spezielle Personen begleiten mich auf meiner Expedition und diese möchte ich euch in diesem Blogbeitrag vorstellen:

Charles 2Foto: Charles Michel

Charles Michel ist mein Mentor und mein grosses Vorbild. Er hat mich seit Beginn des Projektes mit ganzer Kraft unterstützt. Durch seine Kontakte aus seiner Zeit als Kameramann beim Schweizer Fernsehen konnte er mir bei der Sponsorensuche hilfreich zur Seite stehen. Zudem hat er mir in mehreren Gletschertrainings viele hilfreiche Tipps zum Arbeiten in der Kälte mit auf den Weg gegeben. Erst kurz vor der Abreise haben wir entschieden, dass er dieses Abenteuer begleiten wird. Continue reading

Ankunft am Ziel meiner Träume, der Antarktis

Meine letzten Tage waren einmalig und unvergesslich. Kurz nach meinem letzten Blogeintrag traf ich bei einem gemütlichen Abendessen mit meinem Team im Essensraum auf unserem Expeditionsschiff auf Agnieszka, die Leiterin der Polnischen Antarktis-Forschungsstation Arctowski. Sie erzählte mir von einer grossen Pinguinkolonie in der Nähe ihrer Station und von Forschern, die dort die Veränderungen in dieser Kolonie dokumentieren. Mein Herz begann höher zu schlagen. Zu meiner Überraschung lud sie mich auf ihre Station ein. Ich schwebte im siebten Himmel und konnte mein Glück kaum fassen.

Arctowski Pinguine posieren vor der Polnischen Forschungsstation „Arctowski“. Eine der zur Zeit wenigen eisfreien Flächen auf „King George Island“

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Wunderschöner Empfang auf dem Schiff

Die vielen Eindrücke in Punta Arenas kann ich kaum beschreiben. Nie zuvor habe ich eine solche Stadt gesehen. Die bunten Häuser die meist vom Hausbesitzer selbst aus Metallplatten und Holz gebaut wurden beeindrucken mich sehr. In der Innenstadt traf ich unerwartet auf süsse Strassenhunde, die friedlich mit den Menschen zusammenleben und überraschender Weise sogar die Parkbank mit ihnen teilen. Leider war die Zeit für Filmaufnahmen viel zu kurz, da das Schiff wetterbedingt nun einen Tag früher als geplant abfährt.

Foto
Es war für mich ein überwältigender Empfang im Hafen von Punta Areas. Viele Matrosen standen an der Reeling und jubelten mir zu. Continue reading

Mein Abenteuer hat begonnen

Der Abschied in Zürich war grossartig. Meine ganze Familie und viele meiner Freunde waren am Flughafen in Kloten. Dann, nach 20 Stunden Flug, bin ich in Punta Arenas in Chile gelandet. Durch das Flugzeugfenster habe ich kurz vor der Landung zum ersten Mal in meinem Leben Vulkane gesehen. Die riesigen Krater beeindruckten mich sehr und am liebsten wäre ich sofort ausgestiegen.

Vor dem Hostel wartete bereits der erste Journalist auf mich, und so hatte ich keine Zeit, um mein Zimmer zu beziehen. Das Interview war etwas ungewohnt, da wir uns mit eine Mix zwischen Spanisch und Englisch verständigten, aber Dank viel Improvisation und Gestik klappte es schlussendlich. Continue reading

Grosse Unterstützung aus Chile

Der Countdown läuft; in wenigen Tagen startet meine Expedition und die letzten Vorbereitungen laufen. Wie viele Akkus, Socken  oder Unterwäsche müssen eingepackt werden? Der gefüllte Koffer darf maximal 23 Kilogramm schwer sein.

Dass diese Expedition überhaupt statt finden kann, verdanke ich auch dem Chilenischen Konsul Andrés Pérez González. Schon im Juli durfte ich ihn zum ersten Mal treffen. Damals war ich sehr nervös, schliesslich ist ein Treffen dieser Art keine alltägliche Erfahrung für mich. Ich wurde sehr herzlich empfangen und der Konsul Pérez hat sich viel Mühe gegeben, meine vielen Fragen zu beantworten. Zudem hat er mir Informationen über das Schiff Aquiles und die Chilenischen Forschungsstationen am Südpol gegeben.

DSC02241 Kopie(V.l.n.r. Botschafter Schaerer, Janine Wetter)

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Sponsorensuche

DSC01651-Kopie

Am Anfang habe ich mich gefragt, wie ich dieses grosse Projekt überhaupt finanzieren kann. Mein Erspartes hätte dazu nie und nimmer ausgereicht. Mein Mentor Charles Michel hat mir erklärt, dass ich dazu am besten auf Sponsorensuche gehe und er hat dazu einige seine Kontakte aus der Zeit bei Schweizer Fernsehen spielen lassen. So habe ich in den letzten Monaten bei vielen Firmen und Unternehmungen an die Türe geklopft und um Unterstützung für mein Filmprojekt gefragt. Auf der Suche nach Sponsoren durfte ich zahlreiche Geschäftsführer und Marketing-Verantwortliche kennen lernen und ihnen mein Projekt vorstellen. Anfangs war ich sehr aufgeregt, als ich den Geschäftsleuten gegenüber sass, aber zugleich war es ein tolles Gefühl, einmal Einblick in die Welt der grossen Konzerne zu nehmen. Bei den ersten Absagen war es schwer, damit klar zu kommen. Das musste ich zuerst lernen. Auch wenn manche Firmen das Projekt nicht unterstützen konnten, so hat es sich für mich auf alle Fälle gelohnt, denn ich habe eine Menge Erfahrungen mitnehmen können. Continue reading

Meine Expedition in die Antarktis

Janine_Wetter

Endlich steht es fest! Ich darf mit einem Chilenischen Regierungsschiff in die Antarktis, um meinen Dokumentarfilm über den Klimawandel zu drehen. Ein Jahr ist es bereits her, seit ich mit den Vorbereitungen für diesen Dokumentarfilm angefangen habe. Seither habe ich viel Energie und Freizeit in mein Vorhaben gesteckt und das Projekt hat sich in dieser Zeit sehr gewandelt. Anfänglich wollte ich meinen Dokumentarfilm in der Schweiz drehen und auch mit Bildern aus dem Zoo illustrieren. Immer mehr wurde mir jedoch klar, dass ich auch Aufnahmen vom natürlichen Lebensraum der Pinguine drehen will und dass ich dieses Projekt nicht ohne fremde Hilfe realisieren kann. Die nötige Unterstützung fand ich beim Kameramann Charles Michel. Er hat mir gezeigt, wie ich bei der Sponsorensuche vorgehen und wie ich mich und das ganze technische Equipment auf diese extreme Situation in der Antarktis vorbereiten muss. Auch hat er mir mit seinem riesigen Netzwerk aus seiner Zeit beim Schweizer Fernsehen geholfen, mit möglichen Sponsoren ins Gespräch zu kommen. Continue reading