Schockierende Spuren des Klimawandels in der Schweiz

Vor mittlerweile über 5 Jahren gehörte ich zu den glücklichen Gewinnern eines Videowettbewerbs. Für mich ging ein grosser Traum in Erfüllung, denn ich durfte gemeinsam mit den 6 weiteren Gewinnern ein Musikvideo im Engadin drehen. Einer der eindrucksvollsten und spannendsten Drehtage verbrachten wir an der Zunge des Morteratschgletschers nahe St. Moritz. Mich faszinierten die meterhohe Gletscherfront und die kleinen Gletscherhöhlen schon damals. Doch ich konnte nicht ahnen, wie sich diese Welt hier bis zu meinem nächsten Besuch verändern wird.

1.0Die imposante Front des Morteratschgeltschers im 2012

Diesen Herbst bin ich an einem sonnigen Sonntagnachmittag von der Bahnhaltestelle Morteratsch zur Gletscherzunge hochgelaufen. Nach gut einer Stunde Wanderung durch die schöne Moränenlandschaft konnte ich den Gletscher endlich von Weitem erkennen. Doch ich war verunsichert, denn ich hatte den Gletscher ganz anders in Erinnerung. Es schien mir, als hätte er beim Videodreh im 2012 viel weiter unten geendet. Da mein letzter Besuch aber schon fünf Jahre her war, dachte ich, dass ich mich wohl irren muss.

Als ich dem Gletscher immer näherkam, erkannte ich, dass ich mich nicht getäuscht hatte. Die imposante Gletscherfront war mittlerweile verschwunden und die vielen Gletscherhöhlen, die mich damals so sehr fasziniert haben, sind weggeschmolzen. Den grossen Gletscherfluss, der mir wegen seiner starken Strömung in Erinnerung geblieben ist, kann man jetzt bestenfalls noch als einen breiten Bach bezeichnen. Ich konnte kaum glauben, was ich hier mit meinen eigenen Augen gesehen habe und ich hätte mir nicht im Traum vorstellen können, auf eine solch drastische Veränderung zu treffen. Es ist viel Eis in den vergangenen Jahren weggeschmolzen und der Gletscher hat sich über die nächste grössere Bergkuppe zurückgezogen. Ein grosser Teil des Schuttes, der hier 2012 herumlag wurde durch das viele Schmelzwasser abgetragen.

Hier habe ich zwei Fotos als Vergleich zusammengestellt:

3.2

2012

2.1

2017

Ich war schockiert, wie stark sich der Gletscher innert nur gerade einmal 5 Jahren zurückgezogen hat und dass dies direkt vor meiner Haustüre passiert. Dort, wo früher die meterhohe Gletscherfront in den Himmel ragte, ist heute nur noch eine leere Ebene zu sehen. Das Ausmass sieht vor Ort noch viel erschreckender aus als es auf den Fotos scheint. Ich wünsche mir, dass wir diese schöne Gletscherlandschaft in den Alpen nicht verlieren!

Wenn ihr neugierig auf weitere Eindrücke aus dem Engadin seid, könnt ihr das Musikvideo aus 2012 unter folgendem Link anschauen:

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