Tag 13: Tryghammna (78°15’ N / 13°47’ E) – Poolepynten – Sarstangen

Hier in der Arktis bestimmt das Wetter unsere Aktivitäten und da hilft es auch nichts, dass ich den passenden Nachnamen trage 😉 In den vergangenen Tagen war es zu stürmisch, um mit dem Schlauchboot an Land zu fahren, doch ich verspürte mit jedem Tag, den wir an Bord verbrachten, mehr den Drang, diese beeindruckende Landschaft näher zu entdecken.

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Wir nutzten die Zeit, um mit dem Schiff weiter in Richtung Norden zu fahren. Umso mehr habe ich mich gefreut, als uns Charles heute mitteilte, dass wir eine Walross-Kolonie besuchen werden. Am Strand von Sarstangen haben wir diese hunderte von Kilogramm schweren Tiere schliesslich gefunden. Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich Walrossen in der Natur begegnet bin und ich war beeindruckt, wie gross diese Tiere sind und wie gemütlich sind am Strand lagen. Sie wirkten etwas unbeholfen, wenn sie ihre schweren Körper aus dem Wasser an Land bewegten. Männliche Walrosse können bis zu 1500 Kilogramm schwer und 3 Meter lang werden. Im Gegensatz zu den Seeelefanten aus der Antarktis haben die Walrosse aber kaum gestunken. An ihren Stosszähnen konnten wir erkennen, dass es sich um eine Gruppe von Jungtieren handelte, die sich am Strand gerade von der anstrengenden Futtersuche erholten. Sie strahlten eine beruhigende Zufriedenheit und Gelassenheit aus, obwohl auf ihrem ganzen Körper Kampfspuren zu sehen waren. Anfänglich schienen sie verunsichert von unserer Anwesenheit, doch nach einer halben Stunde wurden sie immer neugieriger und schwammen vom Wasser her sogar zu uns heran. Es war ein wunderschöner Augenblick für mich, diese Tiere so nahe in der freien Natur erleben zu dürfen. In den 1950er Jahren noch wurden diese Tiere vom Menschen für ihr Leder und ihre Zähne gejagt. Heute werden sie stattdessen vom Klimawandel bedroht. Aufgrund des zurückgehenden Meereises verlieren die Walrosse ihre Rastplätze und wegen den längeren Wegstrecken haben sie einen höheren Energiebedarf, um zu ihren Fressgründen zu gelangen. Ausserdem bedroht die zunehmende Erschliessung von Öl- und Gasfeldern ihre Heimat. Ich finde es erschreckend, dass sogar die Walrosse an diesem angelegenen Ort in der Arktis durch unser Handeln beeinflusst werden.

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