Tag 6: Pyramiden (78°39’ N / 16°20’ E)

Heute haben wir die verlassene russische Siedlung «Pyramiden» besucht, die früher die nördlichste Kohlemine der Welt war. Im Jahr 1998 lebten und arbeiteten hier bis zu 1000 Menschen, bis sie die Siedlung völlig unerwartet von einem Tag auf den anderen verlassen mussten, weil sich der Kohleabbau wirtschaftlich nicht mehr gelohnt hat. Die Gebäude und Häuser wurden mitsamt der Einrichtung zurückgelassen und ich hatte den Eindruck, als könne ich noch heute in den Räumen das Leben von damals spüren. Der Konzertsaal war dunkel und das Piano stand auf der Bühne, als würde bald ein Konzert beginnen. An den Wänden hingen Bilder von den Arbeitern und deren Familien und in der Turnhalle lagen noch die Bälle vom letzten Fussballspiel herum. Einen Raum fand ich besonders interessant, denn an dessen Wand war ein Gemälde vom nahegelegenen Gletscher «Nordensköldbreen» gezeichnet, den wir am Tag zuvor besucht hatten. Es ist erstaunlich, wie sehr sich dieser Gletscher seither verändert und zurückgezogen hat.

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Charles, unser Kapitän, machte mit uns schliesslich noch eine Besichtigung der etwas besonderen Art. Er führte uns zu den alten Schienen der Mienenbahn, mit der früher die Kohle vom Berg ins Tal transportiert wurde. Ich war sehr fasziniert von diesem Ort und folgte Charles mehrere hundert Meter den Schienen entlang den Berg hinauf. Der Ausblick machte mich sprachlos und die Siedlung wirkte von hier oben noch grösser auf mich. Es ist schon gewaltig, was hier, so weit im Norden, einst für ein reges Leben geherrscht hat und das Land nun mehr und mehr von der Natur, Vögeln und Polarfüchsen zurückerobert wird.

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