Über 3000 Videoclips aus der Antarktis

Seit meiner Rückkehr aus der Antarktis habe ich fast jeden Abend vor dem Computer verbracht. Einige tausend Videoclips habe ich angeschaut, beschrieben und bewertet. Dabei wurden bei mir viele schöne Erinnerungen geweckt; Gedanken an die ewigen Eislandschaften, an die Pinguine, die Seeelefanten und die Wale, an den Duft nach Salzwasser, an das Geräusch der Schiffsturbinen, an die Weite des Meeres, an das Schaukeln des Schiffes, an die Zeit auf der Polnischen Forschungsstation Arctowski… Ich könnte die Liste endlos weiterführen. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an diese einzigartige Zeit zurück denke. Mein grösster Wunsch ist es, eines Tages wieder dorthin zurückzukehren.

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Die über 60 Stunden Rohmaterial habe ich bald fertig visioniert. Dabei habe ich jeden Clip nach einem bestimmten Schema bewertet. Eine brauchbare Aufnahme erhielt ein Stern. Besonders schöne Aufnahmen habe ich mit zwei Sternen markiert. Drei Sterne haben nur jene Aufnahmen erhalten, die unbedingt in den Film geschnitten werden müssen.

Bei der Bewertung stand allerdings nicht die Schönheit der Aufnahme im Vordergrund, sondern vielmehr, wie gut der Videoclip in die Geschichte passt. Manchmal bricht es mir fast das Herz, gestalterisch und inhaltlich wunderschönen Aufnahmen „nur“ eine mittlere Bewertung zu geben. Mein Videocoach Charles Michel hat mir in solchen Situationen ein altes Filmer-Sprichwort mit auf den Weg gegeben: „Kill your darlings“. Das soll heissen, dass auch die schönsten Aufnahmen nichts wert sind, wenn sie nicht helfen, die Geschichte zu erzählen.

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In den nächsten zwei Wochen bis zu den Sommerferien werde ich meine gedrehten Aufnahmen fertig visionieren und ein letztes Interview mit dem Schweizer Pinguinforscher Benno Lüthi führen. Einen Grossteil meiner Aufnahmen werde ich dann wohl zum letzten Mal gesehen haben.

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